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Teil 2

Audi macht Jagd auf das Licht zwei

Freitag, 13. Mär. 2015

In Norwegen sind die Tage im Winter kurz. Vor allem ganz oben im Norden rund 450 km weg vom Polarkreis. Die Stadt Tromsö war Start- und Zielpunkt auf unserer Jagd nach dem Licht. Mitte Februar, als die Tage schon wieder länger wurden. Dennoch war es dunkel genug, um die Audi Matrix LED-Scheinwerfer im Audi A6 Allroad 3.0 TDI quattro zu testen. Und den quattro noch mehr schätzen zu lernen. Denn dort oben im Norden waren die Straßen teilweise spiegelglatt.

Ein Fahrbericht von unserem Autoredakteur Dietmar Stanka

Das Matrix LED

Den komplexen Aufbau des Matrix LED-Scheinwerfer konnten wir uns per 3D-Grafik auf dem Bildschirm bereits beim Workshop im Lichtkanal in Ingolstadt ansehen. Die Kombination aus einem Kamerasystem mit LED-Lichtquellen sowie präziser Optik ist für die adaptive Lichtverteilung verantwortlich. Entgegenkommende und vorausfahrende Fahrzeuge werden so ausgeblendet, dass alle anderen Bereiche dazwischen und daneben weiterhin vollständig erhellt werden.

Foto: Tobias Sagmeister Photography

Je Scheinwerfer sind 19 LED im Einsatz, die, für das Auge faktisch nicht erkennbar, in Sekundenbruchteilen zu- oder abgeschaltet werden. Das ermöglicht eine deutlich erhöhte Sichtweite, weil die Trennung zwischen konventionellem Abblendlicht und Fernlicht aufgehoben wird. Das Licht füllt sozusagen die Lücken.

Foto: Tobias Sagmeister Photography

Einziger Begleiter auf unseren nächtlichen Testfahrten war neben unserem Fotografenfahrzeug ein von grünleuchtendem Polarlicht geschwängerter Himmel. Die LED-Scheinwerfer ließen das Eis spiegeln und wir waren dankbar über jeden Funken mehr an Helligkeit.

Faszinierend ebenfalls, dass mit navigationsdatenbasierter Fahrzeugunterstützung das integrierte Kurvenlicht bereits kurz vor dem Lenkradeinschlag reagiert. Auf unbekanntem Terrain ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Vor allem, wenn hinter der Kurve am Rand ein Rentier steht, das dem mit grünen Leuchtstreifen illuminierten A6 Allroad, mit weit aufgerissenen Augen hinterherschaut.

Foto: Tobias Sagmeister Photography

Zudem sind weitere Komfortfunktionen wie statisches Abbiegelicht, Allwetterlicht, Kreuzungslicht, Reisemodus mit GPS-unterstützter Umschaltung zwischen Rechts- und Linksverkehr sowie Autobahnlichtverteilung in das Matrix LED-Licht integriert. Das Markierungslicht kooperiert mit dem optionalen Nachtsichtassistenten, der auf dem klassischen Display zwischen Tacho und Drehzahlmesser abgebildet wird. Das „Nachtsicht-Gerät“ ist bereits bei diffusem Licht eine gute Hilfe, um Fußgänger besser zu erkennen. Zur Markierung dieser blinken einzelne LED 3-mal kurz nacheinander auf und heben den Fußgänger deutlich aus seinem Umfeld hervor.

Foto: Tobias Sagmeister Photography

Der A6 Allroad

Wohlgenährte 650 Nm Drehmoment und eine Motorleistung von 235 kW (320 PS) ließen den über 2 Tonnen schweren Audi A6 Allroad 3.0 TDI quattro fast schon schweben. Was an manchen Stellen noch sicherer gewesen wäre, als quattro und die auf den Testfahrzeugen montierten Straßenspikes, die in Skandinaviens Winterzeiten zum guten Ton gehören. Nicht einfach nur Winterpneus, sondern wie in guten alten Zeiten kurze Spikes, um den Grip auf den teilweise spiegelglatten Fahrbahnen zumindest ansatzweise zu erahnen.

Im Paket des A6 Allroad, das serienmäßige Audi drive select. Mit diesem System kann der Fahrer die Arbeitsweise des Motors, des Getriebes, des optionalen Sportdifferenzials sowie der Luftfederung individuell verändern. Zudem besteht die Möglichkeit auf der Ebene „individual“ die Systeme frei zu konfigurieren.

Foto: Tobias Sagmeister Photography

Die adaptive air suspension regelt die Höhenlage der Karosserie in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit. Bei langsamer Fahrt bis zu 40 km/h kann diese bis zu 45 mm erhöht werden, bei schnellen Autobahnfahrten senkt sie sich um diese und um weitere 15 mm ab. Ebenfalls Serie ist gegenüber einem regulären Avant neben dem rustikalen Äußeren mit Unterfahrschutz unter anderem die Scheinwerferreinigungsanlage, die vor allem in unseren Gefilden das Salz von der Matrix LED-Scheinwerfern spült.

Foto: Tobias Sagmeister Photography

Fazit

Wer einmal in tiefster Dunkelheit mit dem Matrix LED-Licht unterwegs war, ist für sein Leben versaut. Halogen oder Xenon? Pffff! Was ein Mist an Licht. Na gut, Xenon passt noch, aber H7? Niemals mehr bitte. Schade nur, dass die ach so geliebten Young- und Oldtimer mit diesen Funzeln unterwegs sein müssen. Aber die sollten eh nur vor die Tür wenn die Sonne scheint. Für all die anderen Zwecke des automobilen Lebens hätten wir künftig gerne nur noch Matrix LED.

Technische Daten: Audi A6 Allroad 3.0 TDI quattro

Motor 6-Zylinder-Diesel
Getriebe 8-Gang tiptronic
Hubraum 2.967 ccm
Leistung in kW/PS bei xy U/min 235 kW (320 PS)/3.900 – 4.600
Max. Drehmoment 650 Nm bei 1.400 – 2.800 Umdrehungen pro Minute
Länge/Breite/Höhe 4.938/1.898/1.534 in mm
Radstand 2.905 in mm
Leergewicht 2.030 kg
Zul. Gesamtgewicht 2.585 kg
Kofferrauminhalt 565 l
Bereifung 235/55 R 18
Felgen 8 x 18″ Leichtmetall
Beschleunigung 5,5 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h
Tankinhalt 73 l
Kraftstoffverbrauch Kombinierter Verkehr 6,5 l auf 100 km
Preis 64.700 Euro inkl. MwSt.

Alle Fotos © Tobias Sagmeister Photography

Dietmar Stanka Aribonenstraße 1 b D-81669 München