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Kia Sportage - Der Dritte

Montag, 30. Nov. -0001

  Es war einmal ein Sportage, der seinem Namen nicht einmal ansatzweise gerecht wurde. Das ist lange her, denn seit Peter Schreier das Design des südkoreanischen Autobauers verantwortet, ist vieles dramatisch besser geworden. So auch der Sportage, der 2014 mit sanften Modellretuschen in seinen zweiten Modellzyklus geführt wurde.

Ein Fahrbericht von unserem Autoredakteur Dietmar Stanka

Der Erfolgstyp, der SUV ist nach dem kompakten cee'd auf Rang der 2 der Verkaufsliste von Kia, wurde von uns in der Top-Version Spirit mit dem 2-Liter-Diesel, der 135 kW (184 PS) leistet, genauer unter die Lupe genommen.

Foto: D. Stanka

Form und Funktion

Den schicken und für einen SUV echt sportlichen Auftritt hat der Kia Sportage behalten. Einzig der Kühlergrill erfuhr mittels Chromeinfassung mehr Brillanz. Zudem erhielten die LED-Rücklichter mittels 3D-Optik mehr Tiefe (Serie beim Spirit). Das Interieur wurde mit neuen Softtouch-Kunststoffen aufgewertet und mit der indirekten Beleuchtung etwas heimeliger.

Geblieben ist der hohe praktische Nutzen des Kia Sportage, der auf 4,44 m Außenlänge viel Platz mitbringt. Durch die kurzen Überhänge hat der Sportage einen langen Radstand mit 2,64 m, der außerdem für einen hohen Fahrkomfort sorgt. Bauartbedingt hoch, aber dafür brettleben, ist der Zugang zum überzeugend große Kofferraum, dessen Volumen zwischen 564 und 1.353 Litern liegt.

Foto: D. Stanka

Mit der Modellüberarbeitung hat ein neues Navigationssystem mit einem 7 Zoll großen Bildschirm Einzug gehalten. Aber nur im Spirit, dafür aber serienmäßig. Leider blieb die Bedienung des Bordcomputers weiter dem am Rand des Armaturenbretts angebrachten „Trip“-Schalter überlassen. Die Integration im Lenkrad wäre die elegantere Lösung, auf die wir wohl bis zum nächsten Generationenwechsel warten müssen.

Fahrverhalten

Von 184 PS sollte was erwartet werden können. Der leistungsstärkste Selbstzünder der Koreaner ist okay, erreicht aber bei weitem nicht die Spitzenwerte deutscher Dieselmotoren dieser Klasse. Dafür kostet ein Kia Sportage mit diesem Paket auch "nur" 34.030 Euro. Ein nicht von der Hand zu weisendes Argument für den Südkoreaner, der für den europäischen Markt im slowakischen Zilina hergestellt wird.

Nicht akzeptabel ist dagegen das Fehlen eines Vorheizers für den Motor. Während unserer Testwagenphase Ende Februar lagen die Temperaturen meist um den Gefrierpunkt. Bei Fahrten unter 5 km wärmte sich der Innenraum praktisch gar nicht auf.

Foto: D. Stanka

Was natürlich dazu führt, dass viel Sportage-Lenker und -Lenkerinnen mit dick wattierten Jacken am Steuer sitzen. Was in der Folge bei einem möglichen Unfall zu schwereren Verletzungen führen kann, weil der Gurt nicht richtig am Körper anliegt. Also liebe Kias, Vorheizer einbauen und liebe Kia-Lenker, dicke Jacken ausziehen, auch wenn es dann etwas kühler ist.

Das Allradsystem Dynamax von Magna Powertrain ist mit einer Lamellenkupplung versehen, die in Sekundenbruchteilen auf die jeweiligen Gegebenheiten des Untergrunds reagiert. Bei guter Traktion werden ausschließlich die Vorderräder angetrieben, was einen niedrigeren Verbrauch ermöglicht, der bei unseren Testfahrten bei meist zügiger Fahrweise zwischen 8 und 9 Litern lag.

Foto: D. Stanka

Wird der Untergrund locker, eisig, sandig oder sonst irgendwie kritisch, kann der „Lock“-Modus manuell zugeschaltet werden. Dieser sorgt dann für eine 50/50-Verteilung auf der Vorder- und Hinterachse. Ab Tempo 40 kehrt der Sportage automatisch zur variablen Drehmomentverteilung zurück.

In allen Sportage-Ausführungen hat Kia serienmäßig die Berganfahrhilfe sowie die Bergabfahrhilfe eingebaut. Offroader dürften die folgenden Daten des Kia Sportage interessieren: Die Bodenfreiheit beträgt 172 mm, der Böschungswinkel vorn 22,7 Grad, hinten 28,2 Grad und der Rampenwinkel 17,7 Grad. Bemerkenswert sind auch die Steigfähigkeit von 44,2 Grad und der Neigungswinkel, der bei 45 Grad liegt.

Ausstattung

Kia zeigte sich schon immer großzügig, was das Ausstattungsvolumen anbetrifft. Dies gilt natürlich umso mehr für das Spitzenmodell Spirit dieser Baureihe. Neben dem bereits erwähnten Navi inkl. Bluetooth protz der Sportage mit Ledersitzen, einer wirklich notwendigen Sitzheizung, Xenon-Scheinwerfer, Rückfahrkamera sowie Zweizonen-Klimaautomatik und Defroster-Funktion für die Frontscheibenwischer.

Foto: D. Stanka

Sechs Optionen sind für den Spirit mit der 184-PS-Maschine verfügbar. Die teuerste legen wir vor allem Laternenparkern ans Herz. Die 1.955 Euro kostende Standheizung mit Fernbedienung, die den fehlenden Vorheizer bestens ersetzen kann. Wer selbst nicht schalten mag, ist mit der Sechsgang-Automatik für 1.500 Euro besser bedient. Eine Metallic-Lackierung ist für 530 Euro zu bekommen und das Panoramadach für 900 Euro.

Für 590 Euro verfügt der Spirit nicht nur über Einparksensoren hinten und vorne, sondern kann auch in Längsrichtung selbst einparken. Last but not least bietet Kia eine abnehmbare für 690 Euro an.

Fazit

Wir wundern uns nicht, dass wir den Sportage so oft auf unseren Straßen zu sehen bekommen. Mit dem mehrfach preisgekrönten Design hebt sich der Sportage vom kantigen Allerlei seiner Mitbewerber deutlich ab. Zudem ist das Preis- Leistungsverhältnis herausragend und kaschiert so manche Schwäche, wie beispielsweise das nicht vorhandene Start-Stopp-System.

Technische Daten: Kia Sportage 2.0 CRDi 184 AWD

Motor 4-Zylinder-Diesel
Getriebe Sechsgang-Schaltung
Hubraum 1.995 ccm
Leistung in kW/PS bei xy U/min 135 kW (184 PS)/4.000
Max. Drehmoment 392 Nm bei 1.800 – 2.500 Umdrehungen pro Minute
Länge/Breite/Höhe 4.440/1.855/1.635 in mm
Radstand 2.640 in mm
Leergewicht 1.600 kg
Zul. Gesamtgewicht 2.140 kg
Kofferraumvolumen 564 – 1.353 l
Bereifung 235/55 R 18 vorne
Felgen 7 x 18″ Leichtmetall
Beschleunigung 9,8 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit 195 km/h
Tankinhalt 58 l
Kraftstoffverbrauch Kombinierter Verkehr 7,2 l auf 100 km (Euro5)
Preis 34.030 Euro inkl. MwSt.

Dietmar Stanka Aribonenstraße 1 b D-81669 München