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Audi in Le Mans – der letzte Mohikaner
Von Dietmar Stanka
Es ist ein Duell, das begeistert. Zwei Marken stehen sich wie Gladiatoren in der Arena gegenüber. Audi und Peugeot. Beim 24-h-Rennen am 11. und 12. Juni war dieser Kampf mit einer Dramatik versehen, die nicht zu überbieten war.
Zwei Totalausfälle für Audi und trotz allem der Sieg des Fahrzeugs mit der Nummer 2. Und damit Sieg Nummer 10 innerhalb der letzten 13 Jahre.

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R18 TDI
Erstmals entschied sich Audi bei dem neuen R18 TDI für eine geschlossene Variante. Was sich aufgrund der extremen Unfälle als wahrer Segen für die Sicherheit der Fahrer erwies. Unter der mächtigen Haube steckt ein 3,7-Liter-Diesel-V6, der nach Angaben von Audi rund 540 PS leistet und ein mächtiges Drehmoment von 900 Nm auf die angetriebene Hinterachse schickt. Nach ausführlichen Tests des R18 TDI äußerten sich alle Fahrer begeistert ob des neuen Rennwagens. Sorgen bereitete Dr. Ulrich, dem Sportchef von Audi vor dem Rennen nur die Windschutzscheibe. Dies blieb unbegründet, da diese keinerlei Probleme verursachte.

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Die Pole
Platz 1 und 2 Audi nach dem Qualifying. Fast schon ein Grund zum feiern. Wären da nicht 24 Stunden Rennen zu fahren. Für Dr. Wolfgang Ulrich ein weiterer Erfolg in seiner Karriere als Sportchef bei Audi. Nach dem Start zogen die beiden neu entwickelten Audi R18 TDI den auf den Plätzen 3 und 4 startenden Peugeot 908 TDI mit einer faszinierenden Leichtigkeit davon. Auch Alan McNish, der mit seinem Audi auf Platz 5 losfuhr, konnte bald die vor ihm fahrenden Peugeot überholen, sodass nach weniger als einer Stunde die Audi-Phalanx den rund 250.000 Zuschauern den Zieleinlauf des Vorjahres zeigte.
Crash 1
Wäre da nicht der böse Unfall von Alan McNish gewesen. Kurz nach der Dunlop-Schikane setzte er zu einem Überholvorgang eines Ferraris an. Das Fatale war nur, dass sich die beiden Fahrzeuge berührten und Alan mit seinem R18 TDI über das Kiesbett in die Reifenstapel schoss und das Auto schier explodierte. Teile flogen durch die Luft, die Gott sei Dank niemanden ernsthaft verletzten. Alan stieg sofort aus dem Wrack aus und zeigte, dass ihm nichts passiert ist. Nach einer mehr als einer Stunde dauernden Safety-Car-Phase, die von einem Audi RS5 geleitet wurde, konnte die Rennleitung das Rennen wieder freigeben.
Crash 2
Der Wettergott spielte den ganzen Nachmittag und auch in den Abend hinein wunderbar mit und hielt die Straßen trocken. Nach Sonnenuntergang gegen 22 Uhr begann die spannende Rennphase der Nacht in Le Mans. Die LED-Scheinwerfer der R18 TDI tauchten die Strecke in gleisendes Licht und waren so markant, das jeder Rennfahrer sie erkennen musste. Eigentlich! Denn bei einem Überholvorgang von Mike Rockenfeller in einem Streckenabschnitt namens Indianapolis, der trotz einer leichten Rechtskurve eine Geschwindigkeit von 300 km/h zulässt, passierte die nächste Katastrophe.
Der zu überholende Ferrari musste, um auf der Ideallinie zu bleiben, leicht nach rechts lenken und berührte dabei den R18 TDI von Mike „Rocky“ Rockenfeller. Das Auto schlug mit der Front in die Leitplanke und schleuderte dabei über mehr als 100 Meter über die Strecke, bevor das letzte verbliebene Teil, die Kabine des R18 an der Seite zum Stehen kam. Herzstillstand in allen Audi-Locations und vor allem in der Box, in der neben dem Sportchef Dr. Ulrich auch Audis Entwicklungsvorstand Michael Dick das Rennen beobachtete.
Im ersten Moment war nicht zu erkennen, ob Rocky noch im Auto sitzt oder dieses bereits verlassen konnte. Fassungsloses Entsetzen war deshalb vor allen Bildschirmen zu beobachten, bis die beruhigende Nachricht kam, dass Rocky bereits kurz nach dem irrsinnigen Einschlag den verbliebenen Trümmerhaufen verlassen konnte und hinter der Leitplanke auf die Helfer wartete. Nach einer Nacht im Krankenhaus von Le Mans, konnte der in Neuwied aufgewachsene 27-jährige Rockenfeller dieses bereits wieder verlassen. Die Safety-Car-Phase dauerte nach diesem Unfall doppelt so lange, wie beim ersten Crash, sodass das Rennen erst gegen 1 Uhr morgen fortgesetzt werden konnte.

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Der letzte Mohikaner
Da war es nur noch Einer. Ein R18 TDI blieb von der scheinbar unschlagbaren Phalanx übrig. Das Auto mit der Nummer 2. Am Steuer Marcel Fässler aus der Schweiz, Andre Lotterer aus Deutschland und Benoit Tréluyer aus Frankreich. An diesen drei Piloten lag das Schicksal, das Rennen heil nach Hause zu bringen und noch dazu, es zu gewinnen. Im letzten Stint fuhr der 29-jährige Lotterer trotz leichtem Regen über mehr als drei Stunden eine saubere Linie und krönte dies mit dem zehnten Sieg eines Audi in Le Mans. Peugeot belegte die Plätze 2 bis 4 und hatte im eigenen Land wieder einmal das Nachsehen. (ds)
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Dietmar Stanka Aribonenstraße 1 b D-81669 München
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