Ice, Ice, Baby – Mazdas wilder Eisritt
Von Dietmar Stanka
Ende Februar in Schweden. Eiseskälte bei strahlend blauem Himmel. Ein zugefrorener See namens Kallsjön nahe des Dörfchens Kall.
Darauf markiert eine 5 Kilometer lange Rennstrecke. 20 Teams aus Europa und Australien kämpfen beim Mazda Ice Race gegeneinander. Die Fahrzeuge: Mazda MX-5 auf speziellen Spikereifen. Der Roadster, der mit seinem Kultfaktor sämtliche Märkte erobert hat. Seit Kurzem die 900.000er Marke überschritt und die Erfolgsstory weiterschreibt.
Engstler Motorsport
Präpariert wurden sämtliche Mazda MX-5 von Engstler Motorsport aus Wiggensbach bei Kempten im Allgäu. Franz Engstler selbst kümmerte sich vor Ort mit seinen Mechanikern um das Wohl der Boliden. MX-5 im Renntrim, die dem Serienauto bis auf wenige Ausnahmen absolut ähnlich sind. Weg mit dem Dach und mit einem Überrollkäfig versteift und dazu jedes Fahrzeug mit seinem ureigenen Design versehen. Die Lackierung unseres Autos wurde von Jennifer Wessels aus Köln entworfen und trug das Kleid eines Schneeleoparden. Mit einem ganz besonderen Merkmal: einem aus dem Kofferraumdeckel ragenden Schwänzchen.

Foto: Mazda
Die deutschen Teams
Wir, das Team Deutschland 3 waren die Underdogs. Gebildet aus den Motorjournalisten Lars Zühlke (Auto Bild Autotest), Mario Puksec (Auto Bild), Dennis Petermann (Auto Bild TV), Max Engert (Playboy), Dr. Stefan Höpfner (Gewinner Ausschreibung Ice Race bei Auto Bild) und dem Autor dieses Artikels Dietmar Stanka ( HYPERLINK "http://www.neuwagen.de" www.neuwagen.de).
Underdogs deshalb, weil in den beiden anderen deutschen Teams semiprofessionelle Rennfahrer wie zum Beispiel Matthias Malmedie von Grip und Holger Eckhard von der Auto Zeitung mit am Steuer drehten. So erwartet auch unser Ergebnis nach den Trainingssessionen am Dienstag. Platz 19 von 20. Auweia! So ein Mist aber auch. Als Vorletzter zu starten ist schon allein dramatisch genug. Dazu kam aber noch der Schneestaub, der von den vorausfahrenden Fahrzeugen aufgewirbelt wurde. Sicht Null! Oder wie es ein Kollege formulierte: „Das ist so, als wenn man auf der Autobahn mit hohem Tempo in eine Nebelwand donnert.“
Kurvenjagd
41 Kurven bei sich erst nach wenigen Minuten verbesserter Sicht waren Grund genug für manche Teilnehmer das Auto ins Aus zu befördern. Konnte man sich selbst befreien, war alles gut. Ansonsten hieß es warten, bis der Streckenposten mit dem Mazda BT-50 Pick-up zur Stelle war. Da tröpfelten die Sekunden schneller als einem lieb war. Unser Startfahrer Max Engert blieb cool (bei minus 28 Grad und offenem Dach recht einfach) und konnte Platz um Platz gut machen. Nach ungefähr der Hälfte des ersten Rennens (gesamte Renndauer 2x2 Stunden) lag unser Schneeleopard schon auf Platz 10.
Nach den vorgeschriebenen Fahrerwechseln, jeder aus dem Team musste mindestens 10 Minuten und durfte höchstens eine halbe Stunde fahren, wurde die Mittagspause eingeläutet.
Eiskalt erwischt
Apropos Fahrerwechsel. Bei diesen Boxenstopps konnte man Zeit verlieren oder auch einige wertvolle Sekunden gewinnen. Unsere Taktik: Beim Einfahren in die Box die Geschwindigkeit auf Tempo 30 reduzieren, das wurde mit einer Laserpistole gemessen und bei Überschreitung mit einer 20 Sekunden längeren Standzeit bestraft. Beim Anrollen an die Box Gurte lösen und den Sitz nach hinten fahren. Nach dem Anhalten Lenkrad lösen und sofort aus dem Wagen springen. Damit war der Weg für den neuen Fahrer frei, und nachdem das Lenkrad wieder eingerastet war, und die Gurte festgezurrt, ging es zurück auf den Track.
Pünktlich um 14 Uhr eröffnete wiederum Max Engert nach einer Einführungsrunde auf dem 5 km langen Kurs das zweite Rennen für unser Team. Auch in diesen 2 Stunden balancierten wir mit unserem konzentrierten Fahrstil den MX-5 über die immer rutschiger werdende Strecke. Ankommen war angesagt und bloß nicht abfliegen. Lohn dieser auch bei niedrigsten Minusgraden schweißtreibenden Arbeit, der 9. Platz.
And the winner is …
Und über den freuten wir uns, als wären wir auf dem Siegerpodest gestanden. Dieses teilten sich allerdings die Teams aus Russland (1.), Australien (2.) und Belgien (3.). Ach so, über die beiden anderen deutschen Teams legen wir besser den Mantel des Schweigens. Die schmissen ihre guten Trainingsplatzierungen durch Dreher und Ausrutscher weg und landeten im letzten Drittel des Feldes. (ds)

Foto: Mazda
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