Cadillac ist wieder in Europa – mit “Sharped dressed Cars”
Von Dietmar Stanka
Auf dem Autosalon in Paris waren sie schon zu bewundern. Die kantig gestylten Fahrzeuge der automobilen Premium-Klasse aus den USA. Cadillac ist wieder zurück in Europa und das besser aufgestellt den je. Fünf Modelle mit unterschiedlichen Charakteren treten an, um im Teich der großen drei deutschen Vertreter dieser Art Akzente zu setzen.
Cadillac CTS
Mit dem CTS, der Mittelklasse-Limousine, die sich auf der Höhe eines 5er oder der E-Klasse befindet, beginnt der Einstieg bei Cadillac. Unter der Haube werkelt ein 3-Liter-V6 mit 203 kW (276 PS) in Verbindung mit einem Sechsgang-Automatikgetriebe. Dieses Modell wird nur in der Ausstattungsvariante Elegance angeboten und kostet 47.490 Euro. Nach dem BLS, der auf der Vectra-Plattform in Schweden bei Saab gebaut wurde, bietet Cadillac mit dem CTW wieder einen Kombi an. Der Wagon, wie ihn die Amerikaner nennen, kostet mit dem 3-Liter-Motor 49.990 und schlägt mit einem Kofferraumvolumen von 720 Litern sogar die E-Klasse um immerhin 25 Liter!
Foto: D. Stanka
Beide Modelle und auch das stylistisch extrem auffällige Coupé sind auch mit dem 3,6-Liter-V6 erhältlich. Dieses Triebwerk leistet 229 kW (311 PS) und wird ausschließlich in Verbindung mit der sportlichen Auslegung des Fahrwerks und großen 19-Zöllern ausgeliefert. 52.636 Euro müssen für die Limousine, 55.136 Euro für den Wagon und 54.136 Euro bzw. 56.136 Euro für das Coupé ausgegeben werden. Der Preisunterschied beim Coupé erklärt sich mit dem Einsatz eines manuellen bzw. eines automatisch zu schaltenden Getriebes. Noch eine Besonderheit zeichnen die Modelle mit dem größeren V6 aus. Sie sind mit einem permanenten Allradantrieb lieferbar und kosten dann 55.105 Euro (Limousine), 57.605 Euro (Wagon) und 58.605 Euro (Coupé).

Foto: D. Stanka
V-Modelle
Aus dem Vollen schöpfen die V-Modelle, die es als Limousine und Coupé gibt. Ein V8 mit 415 kW (564 PS) ist für eine brachiale Beschleunigung von rund 4 Sekunden von 0 auf 100 km/h verantwortlich. Der Achtzylinder wird dabei von einem Kompressor aufgeladen, dessen Leistungsentfaltung einem Faustschlag in den Rücken nahekommt. Bei unseren ersten Testfahrten im herbstlich gefärbten Luxemburg und entlang der Mosel überzeugte das Coupé mit einem herrlichen Sound und einem fantastisch abgestimmten Fahrwerk.
Dem Nürburgring sei Dank, denn GM hat die Nordschleife schon länger für sich entdeckt. Noch dazu konnte der CTS-V als erste viertürige serienmäßige Limousine auf Straßenreifen die magischen acht Minuten Rundenzeit des Eifelkurses knacken. Dabei ist das Fahrwerk nicht auf Biegen und Brechen einfach nur hart, sondern durchaus komfortabel ausgelegt. Und noch eine Superlative der V-Modelle: Die Hinterachse muss 735 Nm Drehmoment aushalten! 76.990 bzw. 80.490 Euro wandern für diese Fahrzeuge über den Tisch des Händlers und man hat dabei noch die Wahl zwischen einem manuellen und einem automatischen Sechsgang-Getriebe.

Foto: D. Stanka
Cadillac SRX
Weg von Sportwagen, hin zu einem echten Crossover. Der SRX ist gegenüber seinem Vorgänger äußerlich geschrumpft und im Inneren wesentlich aufgewertet worden. Das schicke Automobil verknüpft auf seine ganz eigene Art und Weise die Vorteile eines SUV mit einem Van und verfügt dabei ein Design zum Niederknien. Er wird ausschließlich mit dem kleinen 3-Liter-V6 angeboten. Wählen kann man die Ausstattungsvarianten Elegance und Sport-Luxury. Alle vier Räder werden permanent angetrieben. Kostenpunkt 52.950 bzw. 54.950 Euro.

Foto: D. Stanka
Cadillac Escalade
Das ist beim größten Vertreter des Hauses Cadillac anders. Der Escalade verfügt über einen zuschaltbaren Allradantrieb und eine Geländeuntersetzung. Bis zu sechs Personen können in den bequemen Club-Sesseln mitreisen, allerdings ist das Gepäckfach dann nur noch für ein paar schmale Taschen geeignet. Auf dem Heimatmarkt ist der Escalade Hybrid schon seit Längerem erhältlich, hier in Europa ab sofort. Man mag es nicht glauben, aber bei unseren Testfahrten über Landstraßen entlang der Mosel pendelte sich der Verbrauch tatsächlich zwischen 11 und 13 Litern ein. Für einen fahrenden Wandschrank mit 6,2-Liter-V8 und fast 3 Tonnen Gewicht sensationell. Neben dem 83.490 Euro teuren Hybrid wird auch der klassische Escalade für 75.900 Euro angeboten.
Cadillacs Ziele in Europa
Wolfgang Schubert, Generaldirektor von Cadillac Europe mit Sitz in Zürich, verfolgt den Markteintritt von Cadillac mit großer Freude. „Wir müssen keine Fahrzeuge in den Markt drücken, sondern reagieren auf die Bestellungen unserer Kunden. Da wir eine kleine Organisation sind, gerade einmal 20 Personen arbeiten bei uns, stehen wir unter keinerlei Verkaufsdruck, da die Gewinnzone sehr schnell erreicht ist. Für Deutschland wollen wir 15 Händler mit unseren Produkten beliefern, in Europa insgesamt 40. Unser Ziel ist es, ab dem ersten vollen Geschäftsjahr rund 2.500 Einheiten zu verkaufen, auf etwa 4.000 soll es sich in Kürze einpendeln.“ Wolfgang Schubert kündigte bei der Pressevorstellung bereits einen kleineren Cadillac an, seinen Worten nach auf dem Niveau des 3er BMW. Durchaus auch vorstellbar mit einem kräftigen V8 und definitiv mit Hinterradantrieb. Seien wir also gespannt, wie die traditionsreiche Premium-Marke aus den USA die europäischen Märkte erobern wird. (ds)
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