Renault Alpine Foto: Stanka
Französische Muskelspiele – Sportlichkeit a la Renault
60 Jahre ist es her, als die erste Sportlimousine namens 4 CV von Renault bei dem Bergrennen auf dem Mont Ventoux einen fünffachen Klassensieg verbuchen konnte. Heute ist Renault nicht nur im Formelsport erfolgreich, sondern auch auf der Straße mit momentan zwei und ab Herbst 2009 mit drei sportiven Fahrzeugen unterwegs.
Bei aller Aktualität lohnt dennoch ein kleiner Rückblick auf die erfolgreiche Historie des französischen Autoherstellers. Nach dem guten Einstand auf dem Mont Ventoux legten die Renaults ein Jahr später eine weiteres Mosaiksteinchen des ruhmreichen Weges an: Bei der Rallye Monte Carlo belegten in der Klasse bis 750 ccm die extra produzierten Spezial-4 CV ebenfalls Platz 1 – 5.
Der wohl klangvollste Name sportlicher Renault Automobile entstand 1954. Der Renault Händler und Rennfahrer Jean Rédéleé aus Dieppe an der Kanalküste gewann mit seinem 4 CV 1063 die Rallye Coupe des Alpes und taufte diesen Wagen zu Ehren des Sieges „Alpine“. Die erste „echte“ Alpine war dann die A 106, mit einem Konzept, das sämtliche späteren Modelle auszeichnete: Heckmotor, Zentralrohrrahmen und Kunststoffkarosserie.
Renault Alpine Foto: Stanka
Nicht minder unbekannt sind Dauphine und Gordini im Zusammenhang mit im Breiten- und Rennsport erfolgreichen Renault Modellen. Die Dauphine wurde als Modell 1956 eingeführt und errang bereits ein Jahr später einen Vierfachtriumph in ihrer Klasse bei der Mille Miglia und 1958 den Gesamtsieg bei der Rallye Monte Carlo. Amédée Gordini, ein bekannter Renningenieur, wird kurz nach der Einführung der Dauphine von Renault engagiert und bekommt die Aufgabenstellung, eine alltagstaugliche Sportversion mit vier statt drei Gängen zu entwickeln.
Motorsport zu erschwinglichen Kosten wird 1964 mit dem Renault 8 Gordini ermöglicht. Ein im Heck eingepflanzter 1,1-Liter mobilisiert 63 kW (86 PS) und lässt den „Gorde“ bis zu 170 km/h flitzen. Ein weiterer Schritt im Kompaktwagensegment ist der Renault 5 Alpine, der ab 1975 im Wert in Dieppe produziert wurde. Das Werk pflegt im Übrigen die Tradition des Baus der sportlichen Modelle bis heute.
Mit dem 5er begann auch so manche Rennsportlegende. Bei den Cup-Rennen, die von 1976 bis 1990 spannende Wettkämpfe boten, waren unter anderem Peter Oberndorfer, Harald Grohs, Volker Strycek und Christian Danner im Cockpit zu finden. Der Hammer unter den Renault 5 war der Turbo mit Mittelmotor und mächtig aufgeblasenen Hinterbacken. 118 kW (160 PS) wurden dem Motor entlockt und mit einer Beschleunigung von 6,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h war dieser Renault 1980 ein ernst zu nehmender Konkurrent wesentlich teurerer Sportwagen.
Renault Alpine Foto: Stanka
Nach der letzten Generation des Renault 5 erblickte 1992 der Clio das Licht der Welt. Und dieser Modellname hat bis heute Gültigkeit. Die Zusammenarbeit von Renault und Williams in der Formel 1 gebärt den Clio Williams, der 1993 215 km/h schnell ist. Das erste Modell von Renault Sport ist zwei Jahre später der puristische Spider. Das neue Jahrtausend begrüßt Renault Sport mit einem V6 im Clio. 3 Liter Hubraum und in der ersten Auflage mit 166 kW (226 PS) und in der zweiten mit 187 kW (254 PS) befeuert.
Heute beginnt der Fahrspaß bei Renault Sport mit dem Twingo. 98 kW (133 PS) bewegen den kleinen Gallier flott um die Ecken und der Durst nach dem Zaubertrank hält sich mit durchschnittlich 7 Litern pro 100 km in Grenzen. Rund 15.000 Euro kostet der Einstieg in die Sportlichkeit bei Renault und lässt damit so manches Herz höher schlagen.
Renault Clio Foto: Stanka
Mehr Kraft mobilisiert der Clio RS, der einen 2-Liter-Motor mit 147 kW (201 PS) unter der Haube trägt.
Wem diese Version zu verweichlicht erscheint, kann sich für schlappe 19.900 Euro die Variante RS Cup ins Haus holen. Steifere Federn, härtere Dämpfer, eine direktere Lenkung und ein 7 mm tieferes Fahrwerk sowie 35 kg weniger Gewicht werten somit jede Fahrt zu einem rennsportlichen Akt auf.
In den Startlöchern steht das wunderschöne Megane Coupé als RS. Bullig, geduckt, sprungbereit – Attribute, die diesem Fahrzeug nur bedingt gerecht werden. Ist es doch ein Automobil, dass aus dem modifizierten 2-Liter-Turbo 184 kW (250 PS) zaubert und mit einem Drehmoment von 340 Nm eine satte Leistung erzeugt.
Renault Clio Foto: Stanka
Das besondere Highlight stellt bei Renault Sport im Moment ein leider nicht für die Straßen zugelassenes Auto dar: Der Mégane Trophy, aufgebaut auf einem Gitterrohrrahmen, geht bei der gleichnamigen Rennserie an den Start wird von einem 3,5-Liter-V6 angetrieben. Dessen Leistung beträgt 265 kW (360 PS) und das gesamte Fahrzeug wiegt gerade einmal 950 kg. Mit diesem Leistungsgewicht erzielt dieser Bolide Rundenzeiten auf dem Niveau deutlich stärkerer Rennwagen.
Dietmar Stanka Aribonenstraße 1 b D-81669 München
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